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Was Unternehmen von IT-Praktikanten der Benedict-Schule erwarten können

Redaktion IT-Praktika
6. Mai 2026
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Was Unternehmen von IT-Praktikanten der Benedict-Schule erwarten können

Der Schweizer IT-Arbeitsmarkt leidet seit Jahren unter einem akuten Fachkräftemangel. Gleichzeitig suchen Unternehmen aller Grössen und Branchen nach kosteneffizienten Wegen, qualifizierten IT-Nachwuchs zu gewinnen und langfristig zu binden. IT-Praktikanten der Benedict-Schule Luzern bieten genau diese Möglichkeit: Sie bringen nach zwei Jahren intensiver schulischer Ausbildung ein fundiertes technisches Grundlagenwissen mit und sind bereit, dieses in einem realen Unternehmensumfeld anzuwenden. Doch was konkret dürfen Betriebe erwarten – und wo liegen die realistischen Grenzen?

Das Ausbildungsmodell der Benedict-Schule: Theorie trifft Praxis

Die Informatikgrundbildung an der Benedict-Schule Luzern dauert vier Jahre und ist in zwei klar definierte Phasen gegliedert. In den ersten zwei Jahren besuchen die Lernenden den Vollzeitunterricht an der Schule. Sie erwerben dort ein breites Fundament in Mathematik, Elektrotechnik und Elektronik, Datenbanken, Netzwerktechnologien, Servertechnologien sowie in der Applikationsentwicklung. Ergänzt wird der technische Unterricht durch Sprachkompetenz in Englisch (mit Vorbereitung auf das Cambridge Business English Certificate), Office-Anwendungen und Projektmanagement.

Ab dem dritten Ausbildungsjahr wechseln die Lernenden in ein zweijähriges, bezahltes Betriebspraktikum. Sie arbeiten dabei mit einem Pensum von 90 Prozent im Unternehmen und besuchen freitags weiterhin die Schule. Dieses Modell hat einen entscheidenden Vorteil für die aufnehmenden Betriebe: Die Lernenden kommen nicht als Einsteiger ohne Vorkenntnisse, sondern bringen bereits ein solides theoretisches Fundament mit, das sie unmittelbar in der Praxis anwenden können.

Fachliche Kompetenzen: Was Praktikanten technisch mitbringen

Unternehmen, die einen Praktikanten der Benedict-Schule aufnehmen, können mit folgenden fachlichen Grundkompetenzen rechnen:

KompetenzbereichKonkrete Kenntnisse
ProgrammierungGrundlagen in objektorientierten Sprachen, einfache bis mittlere Applikationen
DatenbankenAnlegen, Abfragen und Warten von relationalen Datenbanken (SQL)
NetzwerkeGrundlagen Netzwerktopologien, Inbetriebnahme einfacher Netzwerke
ServertechnologienKenntnis gängiger Serverkonzepte und Betriebssysteme
WebentwicklungGrundlagen HTML, CSS, einfache dynamische Webseiten
ProjektmanagementPlanung und Umsetzung kleinerer Projekte nach strukturierter Methodik
EnglischTechnisches Englisch, Leseverständnis von Dokumentationen

Die Wahl der Fachrichtung – Applikationsentwicklung oder Plattformentwicklung – treffen die Lernenden im zweiten Ausbildungsjahr. Wer sich für die Applikationsentwicklung entscheidet, vertieft seine Kenntnisse in der Softwareentwicklung, im Datenbankdesign und in der Umsetzung von Anwendungen. Wer die Plattformentwicklung wählt, spezialisiert sich stärker auf Systemadministration, Netzwerke und Infrastruktur.

KI-gestützte Entwicklung: Praktikanten im Zeitalter von Codex, Claude und Co.

Ein Bereich, der die Informatikausbildung in den letzten Jahren grundlegend verändert hat, ist der Einsatz von KI-gestützten Entwicklungswerkzeugen. Lernende der Benedict-Schule werden aktiv darin geschult, moderne KI-Assistenten als produktive Arbeitsmittel einzusetzen – nicht als Ersatz für eigenes Denken, sondern als Verstärker ihrer Fähigkeiten.

OpenAI Codex und GitHub Copilot gehören zu den meistgenutzten Werkzeugen im Entwickleralltag. Praktikanten lernen, präzise Prompts zu formulieren, generierten Code kritisch zu prüfen und ihn in bestehende Codebasen zu integrieren. Wer versteht, wie ein Sprachmodell "denkt", kann es gezielt für Boilerplate-Code, Dokumentation, Unit-Tests und Refactoring einsetzen – und spart damit erheblich Zeit.

Anthropic Claude Code ist ein weiteres Werkzeug, das in der modernen Softwareentwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Claude zeichnet sich durch besonders starke Fähigkeiten im Bereich Code-Analyse, Erklärungen und mehrstufiger Problemlösung aus. Lernende, die Claude Code beherrschen, können komplexe Fehler schneller debuggen, Code-Reviews effizienter durchführen und technische Dokumentation in hoher Qualität erstellen.

Weitere KI-Werkzeuge wie Google Gemini, Cursor AI und lokale Modelle (z.B. über Ollama) runden das Portfolio ab. Unternehmen profitieren davon, dass Praktikanten nicht an ein einzelnes Werkzeug gebunden sind, sondern je nach Aufgabe das geeignetste Modell wählen können.

Die folgende Übersicht zeigt, für welche Aufgaben welche KI-Werkzeuge besonders geeignet sind:

KI-WerkzeugStärkenTypische Einsatzgebiete im Praktikum
GitHub Copilot / CodexInline-Codevervollständigung, schnelle PrototypenTägliche Entwicklungsarbeit, Boilerplate
Claude CodeCode-Analyse, Erklärungen, DebuggingCode-Reviews, Fehlerbehebung, Dokumentation
ChatGPT / GPT-4oBreites Allgemeinwissen, TexterstellungTechnische Dokumentation, E-Mails, Konzepte
Google GeminiMultimodale Aufgaben, Google-Workspace-IntegrationDatenanalyse, Präsentationen, Recherche
Cursor AIKI-nativer Code-Editor, kontextbewusstes EditingRefactoring, Codebase-Navigation

Wichtig zu verstehen: Der Einsatz von KI-Werkzeugen ersetzt kein solides Grundlagenwissen. Lernende, die die Grundprinzipien der Programmierung, Datenstrukturen und Algorithmen beherrschen, können KI-generierte Vorschläge beurteilen und korrigieren. Lernende ohne dieses Fundament übernehmen Code, den sie nicht verstehen – mit entsprechenden Risiken für die Codequalität und Sicherheit. Die Benedict-Schule legt daher grossen Wert darauf, KI als Werkzeug zu vermitteln, nicht als Krücke.

Persönliche Kompetenzen: Mehr als nur technisches Wissen

Neben dem fachlichen Fundament legt die Benedict-Schule grossen Wert auf die persönliche Entwicklung der Lernenden. Im zweiten Ausbildungsjahr absolvieren alle Lernenden einen semesterlangen Bewerbungsworkshop, in dem sie Selbstreflexion, Kommunikation und professionelles Auftreten trainieren. Unternehmen berichten regelmässig, dass Benedict-Praktikanten gut vorbereitet in die Betriebe kommen: Sie wissen, wie sie sich in einem professionellen Umfeld verhalten, wie sie Fragen stellen und wie sie mit Feedback umgehen.

Darüber hinaus fördert das Ausbildungsmodell folgende Softskills, die Unternehmen besonders schätzen:

Lernbereitschaft und Eigeninitiative. Wer zwei Jahre lang in einem intensiven Vollzeitunterricht bestanden hat, bringt eine nachgewiesene Fähigkeit mit, sich neues Wissen selbstständig anzueignen. Diese Lernbereitschaft ist in einer Branche, die sich so schnell verändert wie die IT, von unschätzbarem Wert.

Teamfähigkeit. Die Ausbildung an der Benedict-Schule legt grossen Wert auf Gruppenarbeiten und Projektarbeit. Praktikanten sind es gewohnt, in Teams zu arbeiten, Aufgaben zu koordinieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Strukturiertes Denken. Informatiker EFZ lernen von Beginn an, Probleme systematisch zu analysieren und in lösbare Teilschritte zu zerlegen. Diese Fähigkeit ist in der täglichen Arbeit in IT-Abteilungen direkt anwendbar.

Kommunikationsfähigkeit. Durch den Englischunterricht und die Bewerbungscoachings sind die Lernenden in der Lage, sich sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch schriftlich und mündlich klar auszudrücken – eine Grundvoraussetzung in internationalen Teams.

Die IPA: Ein Qualitätsnachweis am Ende des Praktikums

Ein besonderes Merkmal der Informatikgrundbildung ist die Individuelle Praktische Arbeit (IPA), die im letzten Semester des Praktikums absolviert wird. Die IPA entspricht 90 Arbeitsstunden, in denen der Lernende eine reale, praxisrelevante Aufgabe im Betrieb selbstständig plant, umsetzt und dokumentiert. Die Aufgabenstellung wird durch das Unternehmen definiert, der Ablauf durch die kantonale Prüfungskommission vorgegeben.

Für Unternehmen bietet die IPA eine einzigartige Möglichkeit: Sie können dem Praktikanten eine konkrete Aufgabe aus dem eigenen Betriebsalltag übertragen – etwa die Entwicklung eines internen Tools, die Optimierung einer Datenbankstruktur oder die Automatisierung eines Prozesses – und erhalten am Ende eine vollständig dokumentierte, geprüfte Lösung.

Was Unternehmen realistischerweise nicht erwarten sollten

Ehrlichkeit gehört zu einem guten Praktikumsverhältnis. Praktikanten der Benedict-Schule sind keine fertig ausgebildeten Fachkräfte. Sie befinden sich noch in der Ausbildung und benötigen eine strukturierte Einarbeitung, regelmässiges Feedback und die Bereitschaft des Unternehmens, Fehler als Lernchancen zu betrachten.

Erstens ist eine Einarbeitungszeit einzuplanen. Auch wenn die Lernenden gut vorbereitet sind, benötigen sie Zeit, um die spezifischen Tools, Prozesse und Codebasen des Unternehmens kennenzulernen. Erfahrungsgemäss sind Praktikanten nach vier bis sechs Wochen produktiv einsetzbar.

Zweitens sind tiefgreifende Spezialkenntnisse nicht zu erwarten. Wer einen Praktikanten für hochspezialisierte Aufgaben wie Machine Learning, Cloud-Architektur oder Cybersecurity-Audits einsetzen möchte, wird enttäuscht sein. Diese Bereiche erfordern eine weiterführende Ausbildung oder Berufserfahrung.

Drittens braucht es eine Betreuungsperson im Betrieb. Gemäss den Anforderungen der Berufsbildung muss die Betreuungsperson über eine abgeschlossene Lehre mit EFZ und mindestens zwei Jahre einschlägige IT-Berufserfahrung verfügen.

Warum sich das Engagement lohnt: Der strategische Mehrwert

Nachwuchsgewinnung aus erster Hand. Unternehmen, die Praktikanten aufnehmen, haben die Möglichkeit, potenzielle zukünftige Mitarbeitende über zwei Jahre hinweg kennenzulernen und zu formen. Wer am Ende des Praktikums überzeugt hat, kann direkt nach dem EFZ-Abschluss als Fachkraft übernommen werden – ohne aufwendige Rekrutierungsprozesse.

Frischer Blick auf bestehende Prozesse. Lernende stellen Fragen, die erfahrene Mitarbeitende längst nicht mehr stellen. Dieser "frische Blick" kann helfen, ineffiziente Prozesse zu identifizieren und zu verbessern.

Attraktive Kostenstruktur. Der monatliche Praktikumslohn liegt erfahrungsgemäss bei rund CHF 1'500 brutto – ein Bruchteil des Lohns einer ausgebildeten Fachkraft. Für Unternehmen, die bereit sind, in Ausbildung zu investieren, ist dies eine kosteneffiziente Möglichkeit, Kapazitäten aufzubauen.

Fazit: Ein Gewinn für beide Seiten

IT-Praktikanten der Benedict-Schule Luzern sind keine billigen Hilfskräfte, sondern gut ausgebildete Nachwuchstalente, die mit Engagement und Lernbereitschaft in Ihren Betrieb kommen. Sie bringen ein solides technisches Fundament, ausgeprägte Softskills und – zunehmend wichtig – die Fähigkeit mit, moderne KI-Werkzeuge wie Codex, Claude Code oder GitHub Copilot produktiv einzusetzen. Im Gegenzug erwarten sie eine strukturierte Betreuung, sinnvolle Aufgaben und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Unternehmen, die diese Erwartungshaltung ernst nehmen und das Praktikum als Investition in die Zukunft betrachten, werden in zwei Jahren nicht nur eine wertvolle Arbeitskraft gewonnen haben – sondern möglicherweise auch einen loyalen, bestens eingearbeiteten Mitarbeitenden, der die Werte und Prozesse des Unternehmens von Grund auf kennt.

Interessiert, einen IT-Praktikanten der Benedict-Schule aufzunehmen? Nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf – wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess, von der Auswahl bis zum ersten Arbeitstag.

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IT-PraktikumInformatiker EFZApplikationsentwicklungBenedict-SchuleKI-ToolsCodexClaude Code

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Nora Tuqiverfügbar

Nora Tuqi

Applikationsentwicklung

Ich bin im zweiten Lehrjahr meiner Ausbildung zur Informatikerin EFZ Applikationsentwicklung und suche ab August 2026 ein Praktikum. Erste Erfahrungen habe ich bereits mit HTML/CSS, C#, SQL und PowerShell gesammelt. Besonders spannend finde ich die Entwicklung von Anwendungen und das Erarbeiten sauberer Lösungen. Zusätzlich bringe ich ein grosses Interesse an Webdesign und visueller Gestaltung mit.

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Dani Ramos

Applikationsentwicklung

Ich bin Informatikstudent im 4. Semester und suche ab August ein Praktikum, um meine Ausbildung abzuschliessen. Ich verfüge bereits über praktische Erfahrung in der Frontend- und Backend-Entwicklung. Zu meinen Kenntnissen zählen React, C#, HTML und CSS, ergänzt durch grundlegende Erfahrung in JavaScript sowie Python. Zudem habe ich Erfahrung im Umgang mit SQL- und NoSQL-Datenbanken. Ein bereits absolviertes Praktikum im IT-Bereich hat mir wertvolle Einblicke in die Praxis ermöglicht und mir geholfen, meine beruflichen Vorstellungen weiter zu schärfen. Nun bin ich motiviert, meine Kenntnisse gezielt einzusetzen und fachlich weiter auszubauen.

Puhazhan Indrakumarverfügbar

Puhazhan Indrakumar

Applikationsentwicklung

Ich bin derzeit im 4. Semester und auf der Suche nach einem Praktikum im Bereich Applikationsentwicklung ab August. Schon jetzt konnte ich erste praktische Erfahrungen in der Programmierung, Webtechnologien und im Umgang mit Datenbanken sammeln. Zurzeit arbeite ich an einer eigenen Online Shopping Webseite, bei der ich React im Frontend sowie C# und Web APIs im Backend einsetze. Ausserdem habe ich bereits eine App namens „Team Status“ mit React Native sowie eine „Secure App“ mit C# entwickelt. Dabei konnte ich mich intensiv mit modernen Frameworks und Sicherheitsaspekten der Softwareentwicklung beschäftigen. Meine IT-Kenntnisse umfassen C#, Web API, MySQL, React Native, React, JavaScript, TypeScript, HTML und CSS.