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Wie finde ich den richtigen IT-Praktikanten für mein Unternehmen?

IT Praktika Team
12. März 2026
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Wie finde ich den richtigen IT-Praktikanten für mein Unternehmen?

Wie finde ich den richtigen IT-Praktikanten für mein Unternehmen?

Der Fachkräftemangel im Schweizer ICT-Sektor ist real: Laut einer Studie von ICT-Berufsbildung Schweiz fehlen der Branche jährlich mehrere tausend qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig absolvieren jedes Jahr hunderte junger Menschen ihre Informatiker-Ausbildung EFZ – und suchen nach Unternehmen, die ihnen während des Praktikums echte Verantwortung übertragen. Wer jetzt in die Ausbildung junger IT-Talente investiert, sichert sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil auf dem angespannten Arbeitsmarkt.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, worauf es bei der Auswahl des richtigen IT-Praktikanten ankommt, welche Fachrichtungen die Informatiker-Ausbildung EFZ umfasst und wie der Vermittlungsprozess in der Praxis funktioniert.

Das Schweizer Berufsbildungssystem: Kurz erklärt

Die Schweiz verfügt über eines der leistungsfähigsten dualen Berufsbildungssysteme der Welt. Rund zwei Drittel aller Jugendlichen entscheiden sich nach der obligatorischen Schulzeit für eine berufliche Grundbildung – darunter auch viele angehende Informatiker EFZ. Die Ausbildung dauert vier Jahre und findet parallel in der Berufsfachschule, im überbetrieblichen Kurs (ÜK) und im Lehrbetrieb statt.

Im Bereich Informatik EFZ gibt es vier Fachrichtungen, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen:

FachrichtungSchwerpunktTypische Einsatzgebiete
ApplikationsentwicklungSoftwareentwicklung, ProgrammierungWeb-Apps, Mobile Apps, Backend-Systeme
SystemtechnikNetzwerke, Server, InfrastrukturIT-Administration, Cloud, Security
BetriebsinformatikERP-Systeme, ProzessautomatisierungSAP, Datenbankadministration
MediamatikDigitale Medien, UX/UIWebdesign, Social Media, Content

Für die meisten Schweizer KMU ist die Fachrichtung Applikationsentwicklung besonders relevant, da Lernende in dieser Richtung bereits im zweiten Lehrjahr produktiv an realen Projekten mitarbeiten können.

Was leistet ein Informatik-Praktikant konkret?

Ein häufiges Missverständnis: Viele Unternehmen unterschätzen, was ein Informatik-Lernender im Praktikum bereits leisten kann. Die Ausbildung ist modular aufgebaut – jedes der 40 Module der Applikationsentwicklung vermittelt konkrete, praxisrelevante Kompetenzen. Je nach Lehrjahr sind folgende Aufgaben realistisch:

LehrjahrRealistische Aufgaben im Praktikum
1. LehrjahrEinfache Datenbankabfragen, HTML/CSS, Dokumentation, Testing
2. LehrjahrWebapplikationen, REST-APIs, Versionskontrolle (Git), Unit Tests
3. LehrjahrEigenständige Feature-Entwicklung, Code Reviews, Projektmitarbeit
4. LehrjahrPraktische Abschlussarbeit (PA), fast vollständige Selbstständigkeit

Ein Lernender im dritten Lehrjahr kann in einem gut organisierten Betrieb bereits vollwertige Entwicklungsaufgaben übernehmen – unter Begleitung eines erfahrenen Berufsbildners.

Fünf Kriterien für die richtige Wahl

1. Fachrichtung und Lehrjahr passend zum Bedarf

Definieren Sie zuerst, welche Aufgaben der Praktikant übernehmen soll. Brauchen Sie Unterstützung bei der Webentwicklung? Dann ist ein Lernender der Applikationsentwicklung im zweiten oder dritten Lehrjahr ideal. Geht es um Netzwerkadministration? Dann passt die Fachrichtung Systemtechnik besser.

Das Lehrjahr ist entscheidend für den Reifegrad: Ein Erstlehrjahr-Lernender benötigt mehr Begleitung, bringt dafür frischen Blick und hohe Lernmotivation mit. Ein Drittlehrjahr-Lernender arbeitet deutlich selbstständiger, erwartet aber auch anspruchsvollere Aufgaben.

2. Technologischer Stack des Unternehmens

Prüfen Sie, ob die im Betrieb eingesetzten Technologien zur Ausbildung des Lernenden passen. Viele Berufsfachschulen in der Schweiz vermitteln Grundlagen in Java, Python, JavaScript und SQL. Exotische oder sehr spezifische Technologien erfordern mehr Einarbeitungszeit – was nicht problematisch ist, solange Sie die nötige Begleitkapazität einplanen.

3. Berufsbildner-Kapazität im Betrieb

Das Schweizer Berufsbildungsgesetz (BBG) schreibt vor, dass jeder Lehrbetrieb einen anerkannten Berufsbildner benennen muss. Dieser muss einen eidgenössisch anerkannten Berufsbildnerkurs absolviert haben. Planen Sie realistisch: Ein Berufsbildner sollte mindestens zwei bis drei Stunden pro Woche für die direkte Begleitung des Lernenden einplanen.

4. Projektstruktur und Aufgabenvielfalt

Lernende profitieren am meisten von Betrieben, die ihnen echte Projekte anvertrauen – nicht nur Hilfsaufgaben. Ein guter Praktikumsplatz zeichnet sich durch klar definierte Aufgaben, regelmässige Feedbackgespräche und die Möglichkeit aus, eigene Lösungsansätze einzubringen. Unternehmen, die Lernende nur für Routineaufgaben einsetzen, verlieren schnell deren Motivation.

5. Kulturelle Passung

Gerade junge Menschen in der Ausbildung sind sensibel für das Arbeitsklima. Ein offenes, fehlerfreundliches Umfeld, in dem Fragen willkommen sind, ist entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Führen Sie vor der Zusage ein persönliches Gespräch – nicht nur um fachliche Kompetenzen zu prüfen, sondern auch um die gegenseitige Passung zu spüren.

Der Vermittlungsprozess: So funktioniert es in der Praxis

Die IT Praktika Plattform der Benedict-Schule Luzern vereinfacht die Suche erheblich. Anstatt aufwändige Ausschreibungen zu schalten und Bewerbungen zu sichten, erhalten Sie Zugang zu einem Pool vorgeprüfter Informatik-Lernender aus der Region Luzern. Der Ablauf ist klar strukturiert:

  1. Anfrage stellen – Beschreiben Sie Ihren Bedarf (Fachrichtung, Lehrjahr, Zeitraum, Aufgaben)
  2. Matching – Wir schlagen Ihnen passende Kandidaten vor, die Ihren Anforderungen entsprechen
  3. Kennenlerngespräch – Sie führen ein kurzes Gespräch mit dem Lernenden und seinem Ausbildner
  4. Praktikumsvereinbarung – Die formalen Aspekte werden gemeinsam mit der Schule geregelt
  5. Begleitung – Während des Praktikums steht Ihnen die Benedict-Schule als Ansprechpartnerin zur Verfügung

Checkliste: Ist Ihr Unternehmen bereit für einen IT-Praktikanten?

Bevor Sie eine Anfrage stellen, lohnt sich eine ehrliche Selbsteinschätzung:

KriteriumFrage
BerufsbildnerHaben Sie eine Person mit Berufsbildnerausweis oder sind Sie bereit, den Kurs zu absolvieren?
AufgabenKönnen Sie dem Lernenden sinnvolle, abwechslungsreiche Aufgaben anbieten?
BegleitzeitKönnen Sie 2–3 Stunden pro Woche für Begleitung und Feedback einplanen?
InfrastrukturSteht ein Arbeitsplatz mit den nötigen Tools und Zugängen bereit?
FeedbackkulturSind regelmässige Standortgespräche (mindestens monatlich) möglich?

Wenn Sie alle fünf Fragen mit Ja beantworten können, sind Sie gut aufgestellt. Falls einzelne Punkte noch offen sind, helfen wir Ihnen gerne dabei, die Voraussetzungen zu schaffen.

Fazit: Investition in die Zukunft

Die Aufnahme eines IT-Praktikanten ist mehr als eine kurzfristige Kapazitätserweiterung – es ist eine Investition in den zukünftigen Fachkräftepool Ihres Unternehmens. Viele Schweizer Betriebe berichten, dass sie ehemalige Lernende nach Abschluss der Ausbildung direkt übernehmen konnten. Wer früh in die Ausbildungsbeziehung investiert, spart später teure Rekrutierungskosten und gewinnt Mitarbeitende, die das Unternehmen von Grund auf kennen.

Möchten Sie wissen, welche Module Informatiker EFZ in der Applikationsentwicklung durchlaufen? Unsere Modulübersicht für Applikationsentwickler EFZ [blocked] gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alle 40 Module und die vermittelten Kompetenzen. Für eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen jederzeit über das Kontaktformular [blocked] zur Verfügung.

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["IT-Praktikant""Informatiker EFZ""Schweiz""Berufsbildung""KMU""Lehrbetrieb""Fachkräftemangel"]

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Ich bin im zweiten Lehrjahr meiner Ausbildung zur Informatikerin EFZ Applikationsentwicklung und suche ab August 2026 ein Praktikum. Erste Erfahrungen habe ich bereits mit HTML/CSS, C#, SQL und PowerShell gesammelt. Besonders spannend finde ich die Entwicklung von Anwendungen und das Erarbeiten sauberer Lösungen. Zusätzlich bringe ich ein grosses Interesse an Webdesign und visueller Gestaltung mit.